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Geschichte der EC-Jugendarbeit in Uhlbach

Die Gründung des EC-Jugendbundes und die Gründergeneration 1950 - 1968

Der Krieg und seine Opfer

Die Liebenzeller Gemeinschaft bestand bei der Gründung und in den Jahren danach aus sehr vielen jungen Leuten. Für die Mädels gab es eigens eine Jugendstunde. Dann kam der 2. Weltkrieg, aus dem viele der jungen Männer nicht zurückkehrten. Über die Zeit des Krieges und einige Jahre danach leitete Schwester Lina Traubinger mit viel Liebe und Geduld den Mädchenkreis. Nach dem Krieg stieg die Besucherzahl in diesem Kreis sprunghaft an. Die Liebenzeller Gemeinschaft besuchten inzwischen wieder einige feine junge Männer, die voll Freude ihr Christsein lebten. Es war also an der Zeit, den Jugendkreis auch für sie zu öffnen.

Das Kirschtreffen

Bereits seit 1945 hatte man in Uhlbach ein großes Treffen durchgeführt, zu dem die Jugendkreise des Liebenzeller-Gemeinschaftsbezirks Stuttgart eingeladen wurden. Bei diesen "Kirschentreffen", die alljährlich in der Beeren- und Kirschenzeit stattfanden gab es neben vielen geistlichen Impulsen auch für jeden einen guten Eintopf und ein Körbchen mit Kirschen, Erdbeeren und "Träuble" - in dieser Zeit ein wahrer Schatz. Diese Tradition wurde bis 1979 fortgesetzt. Bis zu 300 Besucher durfte man bei diesem Höhepunkt in Uhlbach begrüßen.

Die Gründung des EC-Jugendbundes

Die Jugendkreise des Bezirks Stuttgart waren in der Regel einem gesonderten Jugendverband angeschlossen, dem EC (Entschieden für Christus). Durch die Kontakte des Kirschentreffens und die Gegenbesuche bei EC-Veranstaltungen an anderen Orten hatte man auch in Uhlbach diese EC-Arbeit schätzen gelernt. Gerne wollte man sich also dieser Arbeit anschließen. Auf einer Freizeit, die der Südwestdeutsche EC-Verband in Uhlbach veranstaltete, kam es dann zu dem großen Ereignis. Leiter der Freizeit waren Erich Schmiedinghoff vom Deutschen EC-Verband und der geschäftsführende Bundeswart des Südwestdeutschen EC-Verbandes Hans Hartwig. Unter ihrer Anleitung konnte am Neujahrstag 1950 der EC-Jugendbund Uhlbach mit fünf tätigen und drei freundschaftlichen Mitgliedern gegründet werden. Am 03.02.1950 erfolgte dann die Aufnahme in den Südwestdeutschen EC-Verband.

Die Gründergeneration

Als Jugendbundleiterin fungierte zunächst Schwester Lina Traubinger selbst. 1955 wurde sie dann von Rudolf Baisch abgelöst. Nach dessen Wegzug aus Uhlbach übernahm 1964 Kurt Bechstein, ebenfalls ein Mann der ersten Stunde, dieses Amt.

Um die 20 Besucher zählte der Jugendbund. Kleinere Freizeiten, Ausflüge zu den benachbarten Jugendbünden und natürlich das Kirschentreffen zählten in diesen Jahren zu den Höhepunkten.

Seit 1956 wurde die Kinderstunde unter der Leitung von Margarete Ortlieb als EC-Gruppe geführt. 1958 kamen dann unter der Leitung von Esther Boger und Alfred Eisele Jungscharen für Jungs und Mädchen hinzu. Einige wuchsen mit der Zeit aus den Jungscharen heraus und die Jungscharen schliefen ein. Für die älteren gab es jetzt einen Teenkreis, der aber nur für zwei Jahre Bestand hatte.

Die "Göggeles"-Zeit 1969-1976

"Wohnungswechsel"

Bis 1968 hatte sich der EC-Jugend¬bund im Haus der Liebenzeller Gemeinschaft getroffen. Dort hatte man allerdings keinen eigenen Raum. Doch Kurt Bechstein hatte eine Lösung: Er lud den Jugendbund zu sich nach Hause ein und baute dort den Keller zu einem Jugendraum aus.

Blütezeit

Zu dieser Zeit kam ein junger Student nach Uhlbach, um in Stuttgart das Sprachenkolleg für sein Theologiestudium zu absolvieren. Sein Name war Hanspeter Wolfsberger, heute bekannt als Direktor der Liebenzeller Mission. Er gründete neu eine Bubenjungschar und einen Kreis für Teens. Kinderstunde und Mädchenjungschar wurden von der langjährigen Jugendbündlerin Ilse Hasert geleitet, die inzwischen hauptamtlich in der Kinderarbeit des Liebenzeller Gemeinschafts-Bezirks Stuttgart arbeitete.

In diese Zeit fiel eine Blüte der Jugendarbeit. Bis zu 41 Kinder kamen in die beiden Jungscharen, bis zu 30 in die Kinderstunde, in den Teenkreis kamen bis zu 27 Besucher. Der Jugendbund war eine fidele Truppe mit um die 20 Besuchern - es konnten aber auch mal 30 werden. Das Zauberwort in dieser Zeit hieß "Göggele", denn die Grillhähnchen einer Restaurantkette, die für kalte Küchen sorgt, gehörten damals zu jedem gemütlichen Treffen. Kurt Grupp unterstützte Kurt Bechstein in der Jugendbundleitung. Aus dieser Zeit gingen noch weitere Pfarrer hervor: Wilfried Wassermann, heute Pfarrer in Gomadingen und Reinhard Konrad. Immer wieder wurde ein junger Prediger für Einsätze, z. B. bei Jugendabenden eingeladen, der in der Anfangszeit noch Student war und der Klostermühle nahe stand: Hans-Joachim Eckstein, heute Professor in Heidelberg. Es wurden jetzt auch größere Freizeiten unternommen, z. B. nach Österreich.

Die "Starzel"-Zeit 1977-1990

Eine neue Generation

Die Teens kamen langsam ins Jugendbundalter, während der bisherige Jugendbund, bedingt durch Wegzug und Familengründung, immer mehr zusammenschrumpfte. Aus dem Teenkreis wurde deshalb der neue Jugendbund. Allerdings wollte sich die neue Jugendbundgeneration wieder im Haus der Liebenzeller Gemeinschaft treffen. Jugendbund und Jungscharen kehrten somit ins Haus der Liebenzeller Gemeinschaft zurück - kein unbekanntes Terrain, denn über all die Jahre hatten die EC'ler auch stets in der Gemeinschaftsstunde ihr Zuhause. Inzwischen hatte man auch einen kleinen Schwesternwohnraum vergrößert, so dass auch ein bescheidener Jugendraum zur Verfügung stand.

An alter neuer Wirkungsstätte

Während die EC-Jungscharen nun zum Teil neu aufgebaut werden mussten, erlebte der Jugendbund in der Folgezeit eine weitere Blütezeit mit bis zu 35 Besuchern. Jugendbundleiter war in dieser Zeit Gerd Frey unterstützt von Markus und Helga Höfer und Uwe Brandt. Joachim Currle begann von neuem eine Bubenjungschar. Nach und nach wurden die Jungscharen und der Teenkreis von jungen Mitarbeiterteams geleitet, z. B. mit Helga Höfer und Michael Hafenrichter. Die Kinderstunde wurde vom den Schwestern des Bezirks übernommen. Mit dieser Zeit eng verbunden sind die jährlichen "Starzel"-Freizeiten, eine einfache Berghütte hoch droben im kleinen Walsertal: Einsam gelegen in herrlicher Natur, rustikal und für viele aus dieser Zeit schlichtweg Kult.

1988 wurde Roland Färber Jugendbundleiter. Im April 1989 fand dann das EC-Kreisverbandstreffen in der Uhlbacher Turnhalle statt. Am Tag zuvor gab es eine Aktion, die den EC Uhlbach zum Stadtgespräch machte. Auf dem Uhlbacher Platz wurde eine Kletterwand aufgebaut - eine sportliche Herausforderung für den ganzen Ort. Zu Gast war Bergführer Heli Steinmaßl, der zeigte, wie eng christlicher Glaube und eine Extremsportart wie Bergsteigen miteinander in Zusammenhang stehen.

Das Ende der Blütezeit 1991-1994

Nach und nach wurden wiederum Familien gegründet und Umzüge standen an. Diesmal fanden nur wenige aus dem Teenkreis den Weg in den Jugendbund. Die Jungschararbeit wurde von den Mitarbeitern des Bezirks übernommen. 1993 wurde Harald Eisele Jugendbundleiter, gleichzeitig leitete er einen Teenkreis, der aus seiner bisherigen Jungschar hervorgegangen war.

Neuer Aufschwung 1995 bis heute

Ende des Jahres 1994 legte Harald Eisele seine Ämter nieder. Damit war die Geschichte des EC Uhlbach zunächst beendet.

Allerdings wollten sich die Jugendlichen des Teenkreises gerne immer noch treffen. Anlass für den EC-Kreisverband Stuttgart, hier nach einer Lösung zu suchen. Deshalb wurde Ralf Kraft angefragt, diesen Jugendkreis weiterzuführen. Als Jungschar XXL, später JugendTreff XXL konnte so der Kreis fortgesetzt werden. Gleichzeitig zeigten auch Jugendbündler aus dem bisherigen Jugendbund Interesse, wieder einzusteigen. Zwei drei neue Leute kamen hinzu, so dass zum Januar 1995 der EC Jugendbund wieder neu entstehen konnte.

Während der JugendTreff XXL 1997 doch noch seine Pforten schließen musste, kamen beim EC-Jugendbund immer wieder ein paar Leute hinzu, ab 1998 beteiligten sich Markus und Christine Wachter an der Leitungsverantwortung.

Ab 1995 begann Ilse Hasert wieder eine Kinderstunde, den Klub Kunterbunt. 1996 konnte die Jungschar wieder von Mitarbeitern des Jugendbundes übernommen und wieder getrennt als Jungschar für Jungs und Jungschar für Mädchen durchgeführt werden. Seit 2000 gab es ein Angebot für Teens ab 12: EC TeensAlive, später auch EC Underground. Leitende Mitarbeiter waren neben Ilse Hasert unter anderem Ralf Kraft, Patricia Stöhr und Anett Prochnow. In die Teenkreise kamen viele junge Leute, Höhepunkt war sicherlich die Freizeit bei Rom im Jahr 2004. Zeitweise konnte für jedes Alter die passende Gruppe angeboten werden (Krabbelgruppe, Kleine Strolche, Klub Kunterbunt, Jungschar petite, Jungschar, Teen- und Jugendkreise).

Auch diese Jugenbundgeneration wurde älter. 2001 wurde der Jugendbund zu einem 2in1 Kreis mit dem neuen Impuls-Kreis. 2003 wird trifft sich dann der EC-Jugendbund wieder allein als EC-Breakpoint. Leiterin wurde Patricia Stöhr, ab 2005 bis 2006 dann mit Anett Prochnow. Seit 2006 ist die Leitung der EC-Jugendarbeit vakant und wird kommissarisch von der Leitung der Liebenzeller Gemeinschaft mit übernommen. Offiziell wird die EC-Jugend Uhlbach beim Landesverband als „ruhend“ geführt. Trotzdem findet in verschiedenen Kreisen weiter reges Leben statt- wenn auch mit einigem auf und ab. Unterstützt wurde die Arbeit von hauptamtlichen Mitarbeitern aus dem Liebenzeller Gemeinschaftsbezirk, insbesondere Matthias Luz und Jimmy Nam. Ein gravierender Einschnitt war das Ausscheiden von Ilse Hasert aus der Kinder- und Jungschararbeit im Jahr 2012. In der Zeit ihrer Tätigkeit als Kinderstunden- und Jungscharoma konnten sich die Besucherzahlen durchaus mit denen der Blütezeit messen lassen. Von September 2017 bis August 2019 haben junge Menschen beim EC Uhlbach ihr freiwilliges soziales Jahr absolviert und die Kinder- und Jugendarbeit unterstützt.

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